Fachkräftemonitor hilft beim Aufzeigen der Fachkräftelücke in Sachsen

Fachkräftemangel? Fachkräfteengpass?

Arbeitgeber klagen über die langsame Besetzung offener Stellen. Andere Betriebe können sich nicht über mangelnde Bewerbungen beschweren. Recruiting-Experten sprechen davon, dass nur unattraktive Arbeitgeber von einem Fachkräftemangel betroffen sind.

Schon ein Jahrzehnt gibt es ein Werkzeug, welches Klarheit in die Nachfrage und das Angebot von qualifizierten Arbeitnehmern bringt. In der Praxis der Fachkräftesicherer stellt sich heraus, dass leider bei vielen Unternehmerinnen und Unternehmern der Fachkräftemonitor nahezu unbekannt ist.

Der IHK-Fachkräftemonitor Sachsen bietet eine empirische Informationsbasis, die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl, den Unternehmen bei ihrer Personalplanung sowie der Politik bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen als Orientierung und Entscheidungshilfe dienen kann. Auch in der Arbeit vom Fachkräftesicherer, z. B. der SWOT-Analyse, ist es nicht wegzudenken.

Die jeweils aktuelle Version des Online-Prognosetools gibt einen verlässlichen Überblick zur Entwicklung der Fachkräftesituation in Sachsen sowie im IHK-Bezirk Leipzig für die nächsten 8 Jahre.

Kernaussagen des Fachkräftemonitors mit Stand Januar 2017

Es wird unter anderem aufgezeigt, dass das Angebotspotenzial an Fachkräften in der Region Leipzig bis zum Ende des Prognosezeitraums um knapp 10 Prozent abnehmen wird. Im gleichen Zeitraum ist im Freistaat mit einer permanenten Fachkräftelücke zu rechnen, da die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften konstant über dem vorhandenen Angebot verläuft.

Mit weit über 20.000 fehlenden beruflich qualifizierten Fachkräften im Jahr 2023 werden Tätigkeiten der Unternehmensführung und -organisation die am stärksten vom rückläufigen Fachkräfteangebot betroffenen Berufe sein. Selbst in Wirtschaftszweigen, die gegenwärtig noch ausreichend qualifiziertes Personal finden, dürfte sich die Situation innerhalb der kommenden Jahre ändern.

So wird beispielsweise das Fachkräfteangebot im Einzelhandel bis in sechs Jahren um knapp 10 Prozent abnehmen und sich der heute noch vorhandene Überschuss in einen Engpass wandeln. Auch andere Branchen sind von der Entwicklung empfindlich berührt:

So dürften im Maschinenbau im Jahr 2023 allein fast 2.900 beruflich Qualifizierte mit technischer Ausrichtung fehlen. In der Metallindustrie wächst der Engpass über Fachkräfte aller Qualifikationen bis zum selben Jahr um über 300 Prozent – von gegenwärtig ca. 640 auf dann ca. 2.700 fehlende Fachkräfte. Verdoppeln wird sich außerdem der Mangel an akademischen Fachkräften im Bereich der Information und Kommunikation (ITK). Hier werden zum Ende des Prognosezeitraums etwas mehr als 1.100 Fachkräfte mit entsprechendem Universitäts- bzw. Fachhochschulabschluss fehlen.

Ein entsprechendes Analysetool wünscht man sich auch für das Handwerk, denn die Industrie- und Handelskammer hat hier verständlicherweise keine Daten.

2016: 129.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen

Der IHK-Fachkräftemonitor prognostiziert nach der Veröffentlichung im April 2016 einen Engpass von 129.000 qualifizierten Arbeitskräften in Sachsen bis zum Jahr 2022. Die neuesten Daten zur Fachkräftesituation im Freistaat Sachsen und in der Wirtschaftsregion Leipzig sind fortlaufend frei zugänglich abrufbar.

Der IHK-Fachkräftemonitor (ein Projekt der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig, entwickelt und umgesetzt vom Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR aus Darmstadt) betrachtet sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite des Arbeitsmarktes. Er bietet somit die Möglichkeit, Fachkräfteengpässe und -überschüsse für Sachsen und die Region Leipzig wahlweise nach Wirtschaftszweigen und Berufsgruppen bis zum Jahr 2022 auszuweisen.

Bis zum Jahr 2022 wird für die Region Leipzig ein Rückgang des Fachkräfteangebots im Vergleich zu heute von knapp zehn Prozent und damit ein Engpass von 8.000 Fachkräften prognostiziert. Allein über 5.000 Fachkräfte dürften dann zum Beispiel in Berufen der Unternehmensführung und -organisation fehlen.

Von der negativen Entwicklung sind auch Branchen berührt, die gegenwärtig kaum vom Fachkräftemangel betroffen sind. Im sächsischen Einzelhandel dürfte sich beispielsweise der derzeitige Überschuss bis 2022 in einen Engpass von ca. 4.000 Fachkräften wandeln.

„Der Fachkräftemonitor liefert wertvolle und gesicherte Informationen für alle Akteure auf dem Arbeitsmarkt. Er hilft Unternehmen der regionalen Wirtschaft bei ihrer strategischen Ausbildungsplanung und Personalentwicklung, zeigt Jugendlichen bei der Berufswahl Chancen auf und dient der Politik bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen“, fasst Dr. Thomas Hofmann, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Leipzig zusammen und richtet sich an die Unternehmen: „In Zukunft müssen Unternehmen stärker in eine zielgerichtete Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Denn aufgrund des demografischen Wandels stehen immer weniger potenzielle Mitarbeiter zur Verfügung.“

Der Fachkräftemonitor im Zeitverlauf

Im Rahmen der Veranstaltung „Fachkräfte im Fokus – Herausforderungen für das Personalmanagement!“ der Allianz Familie und Beruf (AFB) wurden am 13. November 2012 die Ergebnisse des Fachkräftemonitoring 2012 der IHK Leipzig vorgestellt. Das Fachkräfte-Monitoring Sachsen umfasst die Umfrageergebnisse der sächsischen Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern bei ihren Mitgliedsunternehmen bezüglich des aktuellen und zukünftigen Bedarfs an Arbeits- bzw. Fachkräften. In die Befragung werden im Handelregister eingetragene Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche einbezogen. Die Ergebnisse aller sächsischen IHKs und HWKs werden zusammengetragen und in einem sächsischen Bericht zum Fachkräftebedarf der gewerblichen Wirtschaft veröffentlicht, der auch auf regionale Besonderheiten eingeht.

Eine Zusammenfassung für den Fachkräftemonitor 2007 und den Fachkräftemonitor 2010 können Sie kostenfrei herunterladen. Und die Berichte FKM 2003FKM 2005 und FKM 2007 wurden uns freundlicherweise nachgereicht. In der Einladung hieß es u.a.: „Zudem wird der Wandel der Ansprüche einzelner Mitarbeitergruppen beleuchtet und daraus folgende Handlungsnotwendigkeiten für das betriebliche Personalwesen, insbesondere auch im Hinblick auf den Einsatz von Instrumenten der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, abgeleiten.“

Unternehmer: „Was hat das mit mir zu tun?“

Bei allen, nicht direkt mit dem Tagesgeschäft zusammenhängenden Informationen stellt sich der Arbeitgeber natürlich die Frage: „Wie kann mir diese Information helfen? Ist es überhaupt nötig sich mit den ‚Zahlen‘ zu beschäftigen?“

Bei einem Fachkräfteengpass sind nicht ausreichend Fachkräfte einer Berufsgruppe für die von den Unternehmen zu besetzenden offenen Stellen vorhanden.

  • Für Arbeitnehmer bedeutet dies, dass sie gute Beschäftigungschancen und eine hervorragende Verhandlungsposition haben.
  • Arbeitgeber müssen sich (noch stärker) um bestehende und zukünftige Fachkräfte bemühen. Sind die Maßnahmen und Angebote nicht bedürfnisorientiert (für den Mitarbeiter bzw. Umworbenen) werden andere Arbeitgeber bevorzugt, Mitarbeiter wandern ab oder Stellen bleiben (lange Zeit) unbesetzt.

Im gegengesetzten Fall – bei einem Fachkräfteüberschuss – sind die Beschäftigungschancen für die Arbeitnehmer vergleichsweise schlechter, da sich zum Beispiel viele Bewerber für eine offene Stelle interessieren werden, wodurch sich wiederum die Arbeitgeber in einer günstigeren Verhandlungsposition wiederfinden.

Nutzen Sie das Know-how vom Fachkräftesicherer, um sich entsprechend der sich ändernden Rahmenbedingungen bestens zu positionieren und ihre Fachkräftesicherung langfristig auf gesunde Füße zu stellen. Informieren Sie sich zum Beratungsangebot oder nutzen Sie ein kostenfreies Erstgespräch am Telefon: 0800-7727360.

Hat Ihnen der Beitrag geholfen? Behalten Sie ihn nicht für sich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.